DTAD

Ausschreibung - Beratungsfirmen in Eschborn (ID:4590783)

Auftragsdaten
Titel:
Beratungsfirmen
DTAD-ID:
4590783
Region:
65760 Eschborn
Auftragsart:
Nationale Ausschreibung
Nationale Ausschreibung
Dokumententyp:
Ausschreibung
Ausschreibung
Termine und Fristen
DTAD-Veröffentlichung:
15.12.2009
Frist Vergabeunterlagen:
05.01.2010
Beteiligte Firmen und Vergabestellen
Planer:
Zusätzliche Informationen
Kategorien:
Personalvermittlung, Personalwesen, Unternehmens-, Managementberatung
Vollständige Bekanntmachung
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Beratungsfirmen

Auftraggeber

Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH

Dag-Hammarskjöld-Weg 1-5

65760 Eschborn

Tel. ++49-(0)6196-79-0

Internet: www.gtz.de

Ihr/e Ansprechpartner/in ist

Herr Dr. Stamm

Tel. ++49-(0)6196-79-2267

Email:vel@gtz.de

Projektkurzbezeichnung

Nachhaltige Bewirtschaftung der Biodiversität, SK

Projektnummer

07.2051.6-001.00

Vorgangsnummer

81120810

Einsatzland

Armenien, Aserbaidschan, Georgien

Einsatzzeitraum

1.Quartal 2010 Mai 2011

Projektbeschreibung und -sektor

Die natürlichen Ressourcen werden in den Ländern des Kaukasus nicht immer nachhaltig bewirtschaftet. Ursachen sind in den herrschenden ökonomischen, politischen, gesellschaftlich-normativen und institutionellen Bedingungen zu finden. Die ländliche Bevölkerung, die trotz Wirtschaftswachstums in Armut lebt, hat aufgrund mangelnder Einkommensm?glichkeiten in vielen Gebieten der Region keine andere Wahl als die natürlichen Ressourcen über deren Regenerationsf?higkeit hinaus zu nutzen. Die sozioökonomischen Potenziale einer nachhaltigen Bewirtschaftung der Biodiversität sind in allen Ländern des S?dkaukasus weder auf staatlicher noch auf zivilgesellschaftlicher oder privatwirtschaftlicher Seite ausreichend erkannt und genutzt.

Als Ergänzung zu den bislang vorwiegend auf Schutzgebiete fokussierten Ansätzen der deutschen FZ verfolgt das TZ-Vorhaben einen Ansatz, in dem die nachhaltige Bewirtschaftung der Biodiversität im Mittelpunkt steht. Ziel des Vorhabens ist es, das Konzept der nachhaltigen Nutzung von Biodiversität auf lokaler, nationaler und regionaler Ebene zur Schaffung von Einkommen im ländlichen Raum und als Mittel des Ressourcenschutzes stärker in Staat, Wirtschaft und Gesellschaft zu integrieren und beispielhaft umzusetzen.

Die Länder des südlichen Kaukasus weisen aufgrund ihres Klimas und der geologischen Bedingungen eine große biologische Vielfalt auf. Generell ist die Nutzung wild gesammelter Heil- und Aromapflanzen, sowie auch von Wildobst und weiteren Nahrungsmitteln, im südlichen Kaukasus durch alle sozialen und ethnischen Gruppen populär. Traditionell greift die einheimische Bevölkerung auf eine große Zahl von Pflanzenarten zu, die jedoch in ihrer Mehrheit nicht Europa einf?hrt sind. Die Region verfügt unter anderem über eine lange Expertise und eine große Anzahl an Produkten der Phytomedizin, deren Sicherheit und Qualität schon zu Zeiten der ehemaligen Sowjetunion intensiven wissenschaftlichen Tests unterworfen worden und dokumentiert ist.

Doch der unkontrollierte Druck auf die Naturressourcen Armeniens, Aserbaidschans und Georgiens ist hoch und beschleunigt die Zerstörung der Einkommensgrundlagen der ländlichen Bevölkerung. Gründe sind weit verbreitete ländliche Armut, hoher Energie- und Rohstoffbedarf, rasantes Wirtschaftswachstum, eine neoliberale Wirtschaftspolitik und Korruption. Eine wirtschaftliche Nutzung der Biodiversität, insbesondere in und um Schutzgebiete, wird in den Ländern des S?dkaukasus bislang eher als Bedrohung der Natur verstanden. Konzepte und Regeln zur nachhaltigen Bewirtschaftung der Artenvielfalt sind weder auf staatlicher noch zivilgesellschaftlicher oder privatwirtschaftlicher Seite vorhanden. Die Entwicklungschancen, die in einer nachhaltigen Nutzung liegen, sind bislang noch nicht ausreichend erkannt.

Ein Element integrativer Strategien zum Schutz der Biodiversität im S?dkaukasus ist die Förderung nachhaltiger wirtschaftlicher Nutzung der pflanzlichen Biodiversität. Die wirtschaftliche Nutzung erfolgt in der Region bereits in vielfältiger Weise, zum einen in ausbeuterischer, zum anderen in wirtschaftlich marginaler Form. Die erste Variante führte bereits zur Degenerierung bzw. Zerstörung von Teilen der vorhandenen Ressourcen. Die Vernachlässigung des potenziellen Beitrags von Wildsammelprodukten zum Einkommen im ländlichen Raum f?hrt ebenfalls zu einer Geringschätzung und nicht selten Zerstörung der natürlichen Ressourcen außerhalb von Schutzgebieten. Im Rahmen des Vorhabens soll die Schaffung der Grundlagen für eine nachhaltige Nutzung der pflanzlichen Biodiversität und damit ein Beitrag zum Biodiversit?tsschutz geleistet werden. Dazu gehört die Entwicklung von Wertsch?pfungsketten ebenso wie die Zertifizierung von Wildsammlung.

Der Beratungseinsatz dient der Erreichung des Komponentenziels 2 des Vorhabens in allen Partnerl?ndern: Modelle zur nachhaltigen Bewirtschaftung der Biodiversität sind unter Einbeziehung der Privatwirtschaft in den Pilotregionen im S?dkaukasus erprobt.

Der Einsatz ist charakterisiert durch die Umsetzung des FairWild Standards Version II einschließlich Zertifizierung. Hier werden die Elemente der International Labour Organisation (ILO) wie a) gleiche Rechte für Sammler und Arbeiter aller sozialer und ethischer Hintergründe, b) Arbeit unter freien und sicheren Bedingungen und c) soziale Absicherung in die bestehenden Strukturen integriert.

Den ökonomischen Aspekten werden durch die Kommunikation aller Partner untereinander über Kosten und Preise, sowie durch die Einrichtung eines Premium Fonds für die sammelnde Bevölkerung Rechnung getragen. Der Premium Fond kommt zustande durch höhere Verkaufspreise FairWild zertifizierter Waren, die an den Endverbraucher weitergegeben werden; er kann genutzt werden als Direktzahlung and die Sammler oder auch über die Finanzierung von zum Beispiel Stipendien oder Pensionskassen für die sammelnde Bevölkerung. Das partizipative Konzept von FairWild beschränkt sich somit nicht nur auf die Ebene der Sammler und Sammelfirmen, sondern erstreckt sich über die ganze weitere Vermarktungskette, und ermöglicht somit faire Handelsbeziehungen zwischen allen Beteiligten. Da es sich bei den wild gesammelten Pflanzen um Nischenprodukte ohne festen Weltmarktpreis handelt, greift hier das Konzept des traditionellen fairen Handels nicht, Erzeugerpreise zu etablieren, die über den weltweit ?blichen Erzeugerpreisen liegen. FairWild wurde speziell für die Situation von Sammlern ohne soziale Absicherung entwickelt, und für Produkte, die großen Preisschwankungen unterworfen sein können und deren Markt im weltweiten Kontext marginal ist.

Durch die Organisation der Sammler in Sammlervereinigungen werden demokratische Prinzipien auf breiter Basis von der sammelnden Bevölkerung und in den Wildsammelfirmen selber gelebt, da die Selbstverwaltung des Premium Fonds transparente, demokratische Strukturen und eine Beteiligung der Sammler voraussetzt. Damit soll Vertrauen und Akzeptanz in demokratische Prozesse entstehen, und eine mündige und aktive Bevölkerung auf kommunaler Ebene soll gefördert werden. Die Förderung der Kultur gemeinschaftlicher Entscheidungsprozesse ist somit ein wesentlicher Bestandteil des Einsatzes.

Um die Verminderung der Armut zu erreichen sollen in den Partnerregionen möglichst lange, jedoch auch effiziente Wertsch?pfungsketten entstehen. Mögliche Produktgruppen beschränken sich somit nicht auf Heil- und Aromapflanzen sondern umfassen auch Saatgut oder Lebensmittel; als Absatzmärkte kommen damit nicht nur der internationale Markt sondern auch der lokale Markt in Frage. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sollen wettbewerbsfähig gemacht werden, neue Märkte sollen sich durch die Maßnahmen erschließen.

Der Beratungseinsatz zielt auch auf die Verbesserung der Sammelpraxis für wild gesammelte Pflanzen im südlichen Kaukasus (Georgien, Armenien, Aserbaidschan) in ausgewählten Pilotgebieten gemäß den Anforderungen des FairWild Standard Version II ab. Dies beinhaltet die Implementierung nachhaltiger Sammelmethoden, die Organisation der Wildsammlung in spezifischen Management Plänen und die Berücksichtigung gebietsspezifischer Erntemengen auf dem Level der Anwender.

Wichtige Aspekte der Sicherstellung der Nachhaltigkeit der Wildsammlung auf nationaler Ebene ist die Schaffung bzw. Verbesserung der gesetzlichen Rahmenbedingungen zur Wildsammlung sowie die fachkundige Wissensvermittlung, beispielsweise bei Verantwortlichen in den Umweltministerien.

Erfolgreiche Beispiele für die Verbindung von nachhaltiger Nutzung natürlicher Ressourcen und wirtschaftlicher Entwicklung im ländlichen Raum sollen weitere staatliche und private Investitionen in die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen fördern. Ein institutionalisiertes Konzept zur nachhaltigen Wildsammlung soll den bisherigen, allein auf Schutzmaßnahmen (Einrichtung von Schutzgebieten) konzentrierten Ansatz zur Sicherung der Biodiversität ergänzen.

Nicht-Regierungsorganisationen sollen in ihrer Funktion als Berater im Wildsammelbereich auf lokaler und nationaler Ebene unterstützt werden. Der Bereich der Beratung wird durch die Anbietung der Zertifizierung nach nationalen und/oder internationalen Standards durch landeseigene Fachkräfte ergänzt. Nationale Standards, welche auf dem FairWild Standard Version II basieren, werden in diesem Zusammenhang mit den relevanten Interessengruppen erarbeitet.

Die Qualifizierung nationaler Fachkräfte in unterschiedlichen Organisationen, Unternehmen und Regierungsstellen tr?gt zum Erreichen der beschriebenen Zielsetzung bei. Ausreichende Ausbildungs- und Qualifizierungsangebote sollen auch nach Ende des Projektes weiterhin bestehen bleiben.

FairWild zertifizierte Betriebe und Produkte qualifizieren für die Bio Zertifizierung gemäß Reg. (EEC) 834/07 und potenziell auch für die Zertifizierung nach USDA-National Organic Program (NOP). Als Zielsetzung sollen - abhängig von der jeweiligen Vermarktungsstrategie - qualifizierende Betriebe auch nach diesen Richtlinien zertifiziert werden um ihnen den Zugang zu relevanten Märkten zu gewähren. Durch Erreichen dieser Ziele wird die sozio- ökonomische Komponente des Biodiversit?tsschutzes gefördert.

Personal Mengengerüst und erforderliche Qualifikation

Für die im Zusammenhang mit Komponente 2 anfallenden Aufgaben ist voraussichtlich folgendes Personal mit sehr guten regionalen und fachlichen Kenntnissen und Erfahrungen mit der Anwendung der FairWild Standards erforderlich. Interessenten sollten berechtigt sein, eine Zertifizierung nach FairWild Standard vorzunehmen.

1 Internationale Senior-Fachkraft als Leiter(in) des Teilvorhabens mit mindestens 5 Jahre Erfahrung im Bereich Zertifizierung und Qualitätskontrolle sowie Erfahrungen in der Standardentwicklung im Bereich Nahrungsmittelproduktion

Insgesamt bis zu 2 FM

Internationale Fachkräfte für Botanik und/oder Pflanzenproduktion, für die Verarbeitung von Pflanzen und Pflanzenteilen sowie die Entwicklung entsprechender Wertsch?pfungsketten und die Zertifizierung nach FairWild Standard, Projektmanagement, Buchhaltung und Verträge

Insgesamt bis zu 20 FM

Nationale Fachkräfte in allen drei Einsatzl?ndern (Botaniker, Pflanzensoziologen, Agrar?konomen, Unterst?tzungspersonal, Koordinator(in))

Insgesamt bis zu 45 FM

Sollten Sie Interesse an der Durchführung des o.g. Vorhabens haben, f?llen Sie bitte das nachfolgende Dokument aus und senden Sie dieses bis zum 05. 01. 2010 an folgende email-Adresse: vel@gtz.de

Es erfolgt eine automatische Bestätigung sobald ihre Interessensbekundung bei uns eingegangen ist, wenn Sie bei Rücksendung in der Betreffzeile Interessensbekundung und die Vorgangsnummer angeben.

Die Auswertung der Interessensbekundung wird voraussichtlich bis zum 15.01.2010 abgeschlossen sein.

Sollten wir Sie nicht berücksichtigen, so erhalten Sie eine kurze Information.

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